Was ist deutscher Stil? Bloß weil wir von unseren Nachbarländern meist mit den Attributen Pünktlichkeit, Disziplin und Gehorsam bedacht werden, muss unsere Mode ja nicht dröge und langweilig sein, ganz im Gegenteil, denn in der deutschen Mode tut sich was!
In Berlin präsentierte sich auf der Mercedes-Benz-Fashion-Week, und den Modemessen Bread&Butter und Premium der Nachwuchs. Mit viel Tapferkeit, aber wohl ohne Furcht vor den großen Namen. Die Großen wie Wolfgang Joop, Hugo Boss, Strenesse, Bogner oder Escada bekommen ernst zu nehmende Konkurrenz. Aber langweilig waren auch sie natürlich nie.
Junge Labels und Designer wie Lena Hoschek, Hausach Couture oder Mongrels in Common präsentieren Mode, welche die Bescheidenheit, oder besser den modischen Purismus, das Understatement einer Jil Sander hinter sich gelassen haben. Die Kreationen reichen von absolut untragbar bis zum charmanten Retro-Look. Alles wird urbaner, die Schnittmuster werden gewagter. An der einen Stelle wird auf Knallfarben gesetzt, an anderer Stelle dagegen auf schlichte Entwürfe gesetzt, die durch kleine Details bestechen.
Diese Entwürfe erregen bislang aber nur bei einigen Großstadtnomaden Aufmerksamkeit. Die jungen Wilden und ihre Labels müssen sich auf dem deutschen Markt erst durchsetzen. Für die Mehrheit der Deutschen muss die Kleidung in erster Linie praktisch sein. Laut einer Auswertung des Branchenblattes Textilwirtschaft geben wir übrigens am meisten Geld für Hosen und Jeans aus.





