Er gilt als der Modeschöpfer des letzten Jahrhunderts. Er revolutioniert die französische Mode der 1950er Jahre, setzt Trends und erfindet sich immer wieder neu. Ihm haben wir die Prêt-à-porter-Mode zu verdanken: YSL!

Mit dem klangvollen Namen Yves Henri Donat Mathieu-Saint-Laurent geboren, macht der Modedesigner die drei Initialen YSL zu seinem Markenzeichen. Das gilt auch für die dicke dunkle Brille, die er aufgrund seiner Kurzsichtigkeit trägt. Kreativität und Talent strömen förmlich aus ihm. Bereits mit 17 Jahren nimmt er an einem Modezeichner-Wettbewerb des Internationalen Wollsekretariats IWS teil und gewinnt mit dem Entwurf eines Cocktailkleides. Christian Dior wird auf ihn aufmerksam und engagiert ihn vom Fleck weg für sein Modehaus. Nach Diors Tod 1957 wird Saint Laurent mit nur 21 Jahren der neue Chefdesigner von Dior. Gleich mit der ersten Kollektion für das berühmte Couture-Haus sorgt er für Aufsehen. Bei ihm hat die Wespentaille ausgedient, Saint Laurents Entwürfe erinnern in ihrer Form eher an ein Trapez, man spricht deswegen auch von einer Ligne Trapèze (Trapezlinie).

Obwohl weniger Figur betonend, sind seine Kollektionen doch von Aufsehen erregender Eleganz. Saint Laurent will Frauen gut und elegant anziehen, gleichzeitig aber auch aus den bis dato sehr starren und einengenden Kostümen befreien: “Das schönste Kleidungsstück, das eine Frau tragen kann, ist die Umarmung eines Mannes, der sie liebt. Und für die, die dieses Glück nicht finden, bin ich da!”. So verzichtet er in seinen Kostümen konsequent auf Wattierungen und Versteifungen an Taille, Brust und Schultern.

1961 gründet er mit seinem Freund und Geschäftspartner Pierre Bergé ein eigenes Modeunternehmen, Yves Saint Laurent Couture. Ein paar Jahre später kommt die Prêt-à-porter-Linie Yves Saint-Laurent Rive Gauche hinzu. Damit wird Saint Laurent der erste Modeschöpfer, der Designermode für die Massen produzieren lässt, denn Prêt-à-porter steht für Mode, die “tragbar” ist. Wir haben ihm auch zu verdanken, dass sich Jersey in der Mode durchgesetzt hat.

Saint Laurent ist der erste seiner Zunft, welcher der Kunst den Weg in die Mode ebnet. In den 1960er Jahren lässt er sich unter anderem von der Op-Art-Kunst und Piet Mondrian für seine Kreationen inspirieren und entwirft Kleider mit großflächigen und farbenfrohen geografischen Mustern. Er schenkt uns den Trenchcoat, den Safari-Look, verwendet transparente Stoffe für Blusen, unter denen sich die weibliche Brust elegant und gar nicht vulgär abzeichnet. Sein Meisterstück ist vielleicht der klassische Damensmoking, den er 1966 kreiert. Saint Laurent erfindet die Mode immer wieder neu. Er lässt sich sowohl von Kunstströmungen als auch etwa von der russischen Folkore inspirieren, seine Mode ist vor allem aber tragbar und elegant. Noch heute sind seine Ideen in den Entwürfen vieler Designer wiederzufinden.

Yves Saint Laurent zieht sich im Jahr 2002 aus dem Modegeschäft zurück. Am 1. Juni 2008 verstirbt er im Alter von 72 Jahren in Paris an den Folgen einer Krebserkrankung (Hirntumor).