Sie gehörte Anfang der 1990er Jahre neben Cindy Crawford, Linda Evangelista und Claudia Schiffer zu den ersten Supermodels. Waris Dirie musste jedoch einen steinigeren Weg als ihre Kolleginnen gehen.
Waris Dirie wurde vermutlich im Jahr 1965 geboren, der exakte Geburtstag ist nicht bekannt. Sie gehört einer somalischen Nomadenfamilie an. Im Alter von fünf Jahren muss sie eine Klitorisbeschneidung über sich ergehen lassen. Als sie 13 Jahre alt ist, will ihre Familie sie mit einem Mann verheiraten, der mehrere Jahrzehnte älter ist. Waris weigert sich, die ihr vorherbestimmte Ehe einzugehen und flieht. Ihr erstes Ziel ist Mogadischu, wo ihre Schwester und ihre Tante leben. Mit Hilfe eines Onkels, der somalischer Botschafter in London war, reist sie 1981 weiter nach London. Sie jobbt als Hausmädchen und bei McDonalds. Dort wird sie von dem britischen Fotografen Terence Donovan entdeckt. Waris ist jetzt 18 Jahre alt und ihre Modelkarriere schießt bald durch die Decke.
Sie ist die erste schwarze Frau auf dem Cover der Vogue. Große Kosmetikkonzerne und Modeunternehmen nehmen sie unter Vertrag. Waris läuft auf allen relevanten Modenschauen. Zusammen mit Naomi Campbell, Cindy Crawford und Christy Turlington gehört sie zu den ersten Supermodels, die Anfang der 1990er Jahre für Furore auf den Laufstegen sorgen.
Mittlerweile arbeitet Waris Dirie nicht mehr als Model, sondern engagiert sich für die Rechte von Frauen. Seit sie 1997 zum ersten Mal in einem Interview mit der Zeitschrift Marie Claire öffentlich über ihre Beschneidung gesprochen hat, ist das Tabuthema in den Medien präsent. UN-Generalsekretär Kofi Annan ernannte Waris noch im selben Jahr zur UN-Sonderbotschafterin im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung. 2002 gründet Waris ihre eigene Stiftung, die Waris Dirie Foundation (http://www.waris-dirie-foundation.com/de), mit der sie weiter gegen FGM (Female Genital Mutilation) kämpft. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit mindesten 150 Millionen Mädchen dieses grausame Ritual erleiden mussten, bei dem die äußeren weiblichen Genitalien ganz entfernt oder beschnitten werden. Die Frauen haben ihr ganzes Leben unter den körperlichen und seelischen Folgen dieses Eingriffs zu leiden. Waris Dieire hat in ihren Büchern “Wüstenblume”, “Nomadentochter” und “Brief an meine Mutter” ihre Erlebnisse verarbeitet. “Wüsentblume” wurde 2009 mit dem äthiopischen Model Liya Kebede in der Hauptrolle verfilmt.





