Auf der internationalen Brautmoden-Messe Cibeles Madrid Novias 2010 sind in der spanischen Hauptstadt züchtige, freizügige und praktisch stofffreie Modelle zu sehen.
Traditionell ist das Brautkleid weiß. Mit der Farbe soll die Robe die Reinheit, also die sexuelle Unberührtheit der zukünftigen Ehefrau demonstriert werden. Da im säkularisierten 21. Jahrhundert auch in kirchlichen Kreisen vorehelicher Sex praktiziert wird, ist Weiß also nicht mehr die einzig gängige Farbe für Brautkleider. Was soll ein goldenes Kleid über die erotische Vergangenheit einer Braut aussagen? In der katholischen Farblithurgie decken sich übrigens die Aussagen der Farben Gold und Weiß, aber das dürfte die künftigen Bräute wohl nicht interessieren.
Das Seidenkleid von Designerin Isabel Zapardiez ist bodenlang und schmiegt sich körperbetont an die bräutliche Gestalt. Aufgestickte Blumen verzieren die Hüften. Oberhalb der Brust und bis zum züchtig hochgeschlossenen Abschluss am Kinn ist es stark gerafft. Von hinten umrahmt eine Schleppe die goldene Braut.
Auch züchtig boden- oder knielang sind die Brautkleid-Modelle nicht mehr notwendigerweise. Das fast schulterfreie Modell von Charo Peres hat einen horizontalen Ausschnitt auf Höhe des Schlüsselbeins. Es ist nicht tailliert, dafür aber sehr kurz, denn es endet er im oberen Drittel des Oberschenkels. Dort geht der Saum in filigrane Blütenblattornamente über, die auch die Schultern umspielen.
Unter dem Kleid und wohl exklusiv für den Gatten trägt Braut nach den Vorstellungen des Labels Emperatriz Carmen am besten ein Hauch von Nichts. Das transparente Negligé über dem weißen BH ist an der linken Schulter mit einer Brosche gerafft und reicht bis knapp zu den Hüften. Am weißen Slip geht das kleine Stück Reizwäsche in Rüschen über.




